"Sitz- und Bewegungsberatung in OÖ Hauptschulen"
In der Zeit von Oktober 2004 bis Juni 2005 wurden insgesamt 16 Schulen besucht und in 69 Klassen 1.498 Kinder beraten und abgemessen.
Obwohl in 70 % der Klassen höhenverstellbare Möbel vorhanden sind, sitzen 67 % der Kinder auf zu hohen Stühlen.
In den ersten Klassen sind es sogar ca. 80 % der Schüler. Da die Kinder in den darauf folgenden Jahren „in die Möbel hineinwachsen“ wird ein besserer Durchschnittswert erzielt. Viele Möbel wurden nach der Lieferung auf die höchste Stufe – 6 – eingestellt bzw. nicht umgestellt.
Bei 29 % der Kinder wurde die Sesselhöhe der Körpergröße angepasst, was aber noch nicht heißt, dass die Einstellungen der Tische immer passend waren. Viele Tische sind für die Stühle zu hoch oder manchmal (eher selten) zu nieder eingestellt.
Obwohl bei 85 % der Tische die Tischfläche neigbar ist, wird sie von nur 11 % der Schüler oft, von 70 % selten und von 19 % nie geneigt.
Es kam deutlich zum Ausdruck, dass sowohl Schüler/innen als auch Pädagogen über die Bedeutung der Ergonomie der neigbaren Tischplatten unzureichend informiert waren.
Zusammenfassend möchte ich folgendes festhalten:
In vielen Schulen sind durch die Anschaffung ergonomischer und höhenverstellbarer Stühle in den letzten Jahren gute Voraussetzungen geschaffen worden. Durch zu wenig Information oder auch Interesse werden die Schulmöbel bei 67 % der Hauptschüler/innen noch immer nicht der Körpergröße angepasst.
Prävention durch Information seitens der Schule ist unbedingt erforderlich. Man kann von Kindern und Jugendlichen nicht erwarten, dass sie sich die Informationen über Ergonomie und über leistungs- und konzentrationsförderndes Sitz- und Bewegungsverhalten selbst aneignen.
Nicht nur die Schüler/innen selbst sollten ausreichend über die Wichtigkeit der Ergonomie und über gesundes Sitz- und Bewegungsverhalten informiert werden, sondern auch die Pädagogen und Eltern.
Falsches Sitzen ist Schwerstarbeit. Rumpf-, Nacken- und Schultermuskulatur müssen erhöhte Haltearbeit leisten. Kinder werden schneller unkonzentriert, müde und unruhig. Weiters kann falsches Sitzen zu bleibenden Schäden führen.
Es muss Ziel der Schule und Schulbehörden sein, die jungen Menschen ausreichend zu informieren und sie zur Eigenverantwortung und Eigeninitiative zu erziehen.
Eva Schindling
Bewegungs- und Haltungsberatung
Juni 2005
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